Transrapid-Turnier München 2019

Bericht von Max Hebeis

Am 30.11. fand das Transrapid-Turnier in München statt. Fabiana (vom Debattierclub Coburg) und Max (vom Debattierclub Bamberg) verteidigten dabei die Ehre der oberfränkischen Debattenkultur und traten in einem gemeinsamen Team an.

Auf jemanden, der zum ersten Mal an einem Debattierturnier teilnimmt, wirkt der Zeitplan erstmal ein bisschen einschüchternd: Von 7:30 Uhr bis 23:30 Uhr vier Vorrundendebatten, plus Finale! Schon auf dem Workshop am Freitag mit anschließendem Besuch des Weihnachtsmarkts wurden die anfänglichen Zweifel aber zerstreut. Nach sehr interessantem und hilfreichem Input von den Chefjuroren Philipp, Lisa und Calyxx konnten wir die anderen (sehr netten!) Turnierteilnehmer aus ganz Deutschland und Österreich bei Glühwein näher kennenlernen.

Samstag früh gab es Frühstück in der KHG, anschließend begannen die Debatten. Insgesamt nahmen 24 Teams am Transrapid-Turnier teil, es wurde im British Parliamentary Style debattiert. Bei vier Teams pro Debatte liefen also immer sechs Debatten gleichzeitig, die anschließend von jeweils drei Juroren ausgewertet wurden. Die anfängliche Aufregung legte sich schnell – je mehr Debatten wir hinter uns hatten, desto routinierter wurden wir bei der Vorbereitung und bei den einzelnen Reden. Der enge Zeitplan half hier sogar, weil wir so innerhalb nur eines Tages schon bedeutende Fortschritte erkennen konnten.

Nach den ersten zwei Debatten („Dieses Haus glaubt, dass es Amtszeitbeschränkungen für Regierungsoberhäupter geben sollte“ und „Dieses Haus befürwortet die gesellschaftliche Norm, dass Menschen für ihre Eltern in Alter und Krankheit Verantwortung tragen“), in denen wir uns insgesamt gut schlugen, gingen wir in die wohlverdiente Mittagspause. Dann folgten noch zwei Vorrundendebatten mit etwas komplexeren Themen, die durch Factsheets näher erläutert wurden („Dieses Haus würde Männern das Recht geben, im ersten Trimester der Schwangerschaft ihre Vaterschaftsrechte und Verpflichtungen permanent aufzugeben“ und „Dieses Haus würde die Auswahl von Architekturentwürfen öffentlicher Gebäude statt über Regierungsausschüsse oder Expertenkommitees über eine Volkswahl treffen“). Die letzte Vorrundendebatte war „closed“, die Ergebnisse wurden uns also nicht direkt nach der Debatte eröffnet. Erst nach dem Abendessen erfuhren wir, welche vier Teams es ins Finale geschafft hatten. Darunter war dann schließlich auch unser Team, worüber wir uns sehr freuten.

Die Finaldebatte wurde im Saal „öffentlich“ vor allen anderen Turnierteilnehmern ausgetragen. Debattiert werden sollte eine abstraktere Motion: „Angenommen die moralische Bilanz eines Menschen könnte objektiv gemessen werden, würde dieses Haus eine negative moralische Bilanz unter Strafe stellen.“ Nach einem Tag voller interessanter Debatten nahmen wir nochmal alle Kräfte zusammen und verkörperten in der letzten Debatte des Tages die eröffnende Regierung. Als die Juroren dann rund eine Stunde nach Ende des Finales das Ergebnis verkündeten, kam die Überraschung: Das Bamberg-Coburger Team hatte die finale Debatte und damit das Transrapid-Turnier gewonnen! Das musste natürlich gebührend gefeiert werden und der Abend wurde mit Bier, Shots und Tanz beim Social feierlich beschlossen.

Z

Insgesamt können wir uns nur herzlich bei allen Organisatoren, Juroren und Teilnehmern bedanken, besonders beim Münchner Debattierclub. Wir konnten wahnsinnig viel dazulernen, durften viele interessante Themen debattieren und nicht zuletzt bei den Debatten, Socials und durch das Crashen bei anderen Clubmitgliedern sehr viele sehr nette Menschen kennenlernen.